Willingen im SauerlandDer unabhängige Ortsratgeber
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Willingen am Winterabend mit beleuchteten Häusern und Flutlicht am HangBlick über die blühende Hochheide auf Willingen und die Berge des Uplands

Größter Ortsteil

Willingen, der Kernort

Das Dorf hinter dem großen Namen.

Foto: Tourist-Information Willingen, Wolfgang DetempleJonas Duelberg, Tourist-Information Willingen

Stand:

Willingen ist nicht nur der Name der Gemeinde, sondern auch ihr größtes Dorf. Hier liegen Bahnhof, Seilbahn und Schanze, und hier beginnt der Uplandsteig.

Einwohner
3.108 (1.7.2024)
Ersterwähnung
1380
Höhe laut LAGIS
600 m
Viadukt
294 m lang, 31 m hoch

Kernort und Gemeinde: der Unterschied

Der Kernort Willingen ist mit 3.108 Einwohnern (Haupt- und Nebenwohnsitz, Stand 1. Juli 2024) der größte der neun Ortsteile der Gemeinde Willingen (Upland). Willingen wurde 1380 als „Wildinghen“ erstmals urkundlich erwähnt. Zum Kernort gehören laut Wikipedia auch die Siedlungen Hoppern und Stryck.

Die heutige Gemeinde Willingen (Upland) entstand erst am 1. Januar 1974 aus Willingen und der Gemeinde Upland, Sitz der Verwaltung wurde Willingen. Wer also „Willingen“ sagt, meint je nach Zusammenhang das Dorf oder alle neun Orte. Die Zahlen für die ganze Gemeinde finden Sie unter Willingen in Zahlen, alle Dörfer unter Ortsteile.

Vom alten Wildingen an die Itter

Das Historische Ortslexikon Hessen (LAGIS) beschreibt, dass die ursprüngliche Siedlung Alten-Wildingen südöstlich des heutigen Orts lag. Ab etwa 1470 wurde neu gesiedelt, und zwar am oberen Ufer der Itter. Diese Entwicklung hängt laut LAGIS mit der Eisengewinnung zusammen: 1536 erhielt ein Tielemann Limperger die Erlaubnis, eine Blasehütte zu errichten, 1540 nennt das Landregister einen Waldhammer unter Willingen.

Eine kleine Grenzgeschichte überliefert LAGIS aus dem Jahr 1388: Schiedsleute legten die Grenze zwischen dem Stift Köln und der Stadt Brilon auf der einen und dem Grafen von Waldeck auf der anderen Seite fest. Grenzsteine und Bäume im Hochwald sollten die Wappen von Köln und Waldeck tragen. Wer gepfändet wurde, musste sein Pfand im jeweils anderen Ort abholen: die Briloner in Willingen, die Willinger in Brilon. Mehr über die Jahrhunderte danach steht unter Geschichte.

Brand, Kirchen und eine Weltkonferenz

Die älteste Kirche des Orts wird 1541 als Kapelle erwähnt. Beim großen Brand von 1847, dem laut Wikipedia 47 Häuser zum Opfer fielen, wurde sie zerstört und 1849 bis 1851 als schlichter Saalbau mit Glockenturm neu errichtet. Seit Ende der 1960er Jahre dient das Gebäude als Gaststätte.

Die heutige evangelische Kirche mit freistehendem Glockenturm entstand 1966 bis 1967. Die Glasfenster im umlaufenden Fensterband, Altarwand, Kanzel und Türen entwarf der Marburger Künstler Joachim Spies. Die katholische St.-Augustinus-Kirche geht auf die Zuwanderung nach dem Zweiten Weltkrieg zurück. 1952 tagte in Willingen die fünfte Weltmissionskonferenz des Internationalen Missionsrates.

Der Viadukt und die Bahn

Das bekannteste Bauwerk im Ortsbild ist der Willinger Viadukt, offiziell Itterbrücke. Er ist 294 m lang und 31 m hoch und hat elf Bögen mit je 25 m Spannweite. Gebaut wurde er von 1914 bis 1917, mit seiner Eröffnung am 2. April 1917 war die Uplandbahn von Usseln nach Willingen fertig. Die Strecke von Brilon Wald nach Willingen fuhr schon seit dem 1. Oktober 1914.

Im November 1999 wurde der Bahnverkehr unter anderem wegen Schäden am Viadukt eingestellt. Nach einer aufwendigen Sanierung fahren die Züge seit Dezember 2003 wieder über die Brücke. Wie Sie heute mit dem Zug ankommen, steht unter Bahnhof.

Rote Gondeln der Ettelsberg-Seilbahn über grünen Hängen im Sommer
Rote Gondeln der Ettelsberg-Seilbahn über grünen Hängen im Sommer. Foto: David Heise

Im Ort unterwegs

  • Mitten im Ort liegt der Kurpark mit kleinem Teich und der Kurgartenhalle für Veranstaltungen.
  • Das Stryckhaus entwarf Heinrich Vogeler 1908 im Jugendstil als Sommerhaus für einen befreundeten Arzt. Es wurde später durch Anbauten zu einem Hotel erweitert.
  • Die Hoppecke erreicht den westlichen Ortsrand, die Itter fließt am östlichen Ortsrand entlang. Ihre Quellen beschreibt die Seite Hoppecke- und Itterquellen.
  • Seilbahn, Schanze und Skywalk liegen am Ortsrand: Ettelsberg-Seilbahn, Mühlenkopfschanze, Skywalk.
  • Der Uplandsteig (66 km) startet am Besucherzentrum Am Hagen 10 und führt zuerst nach Schwalefeld und Rattlar.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Willingen und Willingen (Upland)?

Willingen ist der Kernort, Willingen (Upland) ist die Gemeinde mit neun Ortsteilen. Sie besteht in dieser Form seit dem 1. Januar 1974.

Wie viele Einwohner hat der Kernort Willingen?

Laut Gemeinde 3.108 mit Haupt- und Nebenwohnsitz, Stand 1. Juli 2024.

Wie lang und wie hoch ist der Viadukt in Willingen?

Der Willinger Viadukt ist 294 m lang und 31 m hoch. Er hat elf Bögen und wurde 1914 bis 1917 gebaut.

Wann wurde Willingen gegründet?

Ein Gründungsdatum ist nicht bekannt. Die erste urkundliche Erwähnung als „Wildinghen“ stammt aus dem Jahr 1380.

Das Hotel Willinger Mitte mit der Kneipe Kupferkanne an der Briloner StraßeBriloner Straße 6

Mitten drin wohnen

Hotel Willinger Mitte

Das Hotel Willinger Mitte liegt in der Briloner Straße 6 mitten im Kernort. Nach Angaben des Hauses sind es zu Fuß ca. 10 Minuten zum Bahnhof und zur Talstation der Ettelsberg-Seilbahn und ca. 15 Minuten zur Mühlenkopfschanze. Im Erdgeschoss ist seit 1914 die Kneipe Kupferkanne zu Hause.

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