

Einst hessische Enklave
Eimelrod
Hessisch mitten in Waldeck.
Foto: Jonas Duelberg, Tourist-Information WillingenSauerland-Tourismus, Sabrina Voss
Stand:
Eimelrod liegt im Vorupland zwischen Willingen und dem Diemelsee. Bis 1929 gehörte das Dorf politisch nicht zu Waldeck, obwohl es mitten darin lag.
- Einwohner
- 479 (1.7.2024)
- Ersterwähnung
- 1250
- Höhe laut LAGIS
- 492 m
- Gästebetten
- rund 180
Eimelrod in Kürze
Eimelrod ist mit 479 Einwohnern (Haupt- und Nebenwohnsitz, Stand 1. Juli 2024) der viertgrößte Ortsteil der Gemeinde Willingen (Upland). Das Dorf wird 1250 als „Emingenrode“ erstmals genannt und ist staatlich anerkannter Erholungsort. Eimelrod liegt laut Wikipedia im Naturpark Diemelsee etwa 6 km ostnordöstlich des Willinger Kernorts und etwa 12 km westnordwestlich von Korbach (Luftlinie).
Östlich am Dorf fließt die Mülmecke vorbei, die etwas weiter in die Diemel mündet. Höchster Berg in der Nähe ist die Sähre (726 m) im Südwesten. Die Gemeinde nennt für Eimelrod rund 180 Gästebetten.
Ein hessisches Dorf in Waldeck
Eimelrod bildete zusammen mit Deisfeld und Hemmighausen eine Exklave der Herrschaft Itter mitten im Gebiet der Grafen von Waldeck. Nach dem Aussterben der Herren von Itter kam der Ort an die Landgrafschaft Hessen, später an Hessen-Darmstadt und das Großherzogtum Hessen. 1866 musste das Großherzogtum ihn an Preußen abtreten. Erst am 4. April 1929 kamen Eimelrod und Hemmighausen zum waldeckischen Kreis des Eisenbergs.
Aus dieser Zeit stammt eine kurze Burggeschichte: Die Herren von Itter bauten auf dem Bergsporn „Heissenstein“ östlich von Eimelrod die Burg Hartenstein. Sie wurde 1347 erstmals erwähnt. Weil das Erzbistum Mainz Einspruch erhob, begann man 1356 schon wieder mit dem Abbruch. Sichtbare Reste gibt es laut Wikipedia nicht. Die Gemeinde erwähnt geführte Wanderungen entlang der historischen Grenzen.
Die Kirche mit dem alten Tympanon
Schon im 12. Jahrhundert stand an der Stelle der Kirche ein romanischer Vorgängerbau, die heutige Kirche wird 1310 erstmals erwähnt. Das Schiff wurde 1827 von Grund auf neu gebaut, der mittelalterliche Turm 1909 wegen Baufälligkeit abgerissen und 1928 neu errichtet. Im neuen Turm sitzt ein Tympanonrelief aus der Vorgängerkirche.
Der Barockbildhauer Josias Wolrat Brützel schuf 1697 einen Kanzelaltar für Eimelrod. Davon ist nur der Kanzelkorb in der Kirche geblieben, die beiden Seitenflügel stehen laut Wikipedia im Heimatmuseum Korbach. Mehr zu den Kirchen im Upland unter Kirchen und Bauwerke.
Erinnerung an die jüdische Gemeinde
Vom 18. Jahrhundert bis 1938 gab es in Eimelrod eine kleine jüdische Gemeinde. 1830 lebten 34 jüdische Menschen im Dorf. Die kleine Synagoge entstand wohl um 1780, sie hatte 24 Plätze für Männer und 16 für Frauen und wurde mit Stalllaternen beleuchtet. Beim Novemberpogrom 1938 wurde sie völlig zerstört, die Ruine 1939 abgerissen. Die drei letzten jüdischen Einwohner wurden 1941 über das Sammellager Wrexen deportiert. LAGIS nennt außerdem einen jüdischen Friedhof an der Violinenstraße.
Für Gäste: Kneippen, Stollen, Taubenderby
- Im Dorf gibt es laut Wikipedia und Touristik-Service einen Naturlehrpfad, eine Kneipp- und Kuranlage, einen Abenteuerspielplatz, einen Ententeich und eine Grillhütte.
- Am Waldlehrpfad liegt der Eingang zum Stollen Heinrich: 1914 wurde hier 140 m tief nach Mangan und Eisenerz gegraben, 1915 wegen geringer Ausbeute wieder verschlossen, 1991 der Eingang wieder geöffnet.
- Im Winter gibt es eine 13 km lange Langlaufloipe und einen Rodelhang an der Kneippanlage.
- Das größte Ereignis ist laut Touristik-Service das jährliche Taubenderby, bei dem die Tauben 300 bis 400 km fliegen. 2026 fand es vom 11. bis 13. September statt.
- Der Touristik-Service Eimelrod bietet geführte Wanderungen und dorfgeschichtliche Rundgänge an, Termine per Aushang.
Im Dorfgemeinschaftshaus von 1992 finden Feste und Veranstaltungen statt. Zu den Vereinen gehören der Männergesangverein (gegründet 1899) und der SV Grün-Weiß Eimelrod (1931). Der Uplandsteig kommt von Hemmighausen und führt weiter nach Neerdar, zum Diemelsee ist es nicht weit.
Häufige Fragen
Wie viele Einwohner hat Eimelrod?
Laut Gemeinde Willingen 479 mit Haupt- und Nebenwohnsitz, Stand 1. Juli 2024.
Warum war Eimelrod eine hessische Enklave?
Eimelrod gehörte zur Herrschaft Itter, die an Hessen fiel, lag aber mitten im waldeckischen Gebiet. Erst 1929 kam der Ort zum Kreis des Eisenbergs.
Was ist das Taubenderby in Eimelrod?
Ein jährlicher Wettflug, bei dem die Tauben 300 bis 400 km zurücklegen und in Eimelrod erwartet werden. 2026 fand es vom 11. bis 13. September statt.
Gibt es in Eimelrod eine Loipe?
Ja, im Winter wird laut Wikipedia eine 13 km lange Langlaufloipe angelegt, dazu gibt es einen Rodelhang an der Kneippanlage.
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- Gemeinde Willingen (Upland), Einwohner je Ortsteil
- LAGIS Hessen, Historisches Ortslexikon: Eimelrod
- Wikipedia, Eimelrod
- Gemeinde Willingen (Upland), Ortsteil Eimelrod
- Wikipedia, Burg Hartenstein (Eimelrod)
- Kur- und Touristik-Service Eimelrod e. V.
- Touristik-Service Eimelrod, Veranstaltungen
- Wikipedia, Uplandsteig (Streckenverlauf)
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