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Mundart im Upland

Upländer Platt

Jedet durp hadde sijn eegenes Platt.

Stand:

Im Upland sprach man lange Plattdeutsch, und in jedem Dorf ein bisschen anders. Heute pflegen Vereine und Geschichtsforscher die Mundart. Hier finden Sie, was sich belegen lässt, mit Beispielen aus Quellen.

Sprache
Niederdeutsch (Platt)
Buch in Platt
1978, „Willjen, biu et fräier was“
Plattschwatz Neerdar
seit 2011

Was ist Upländer Platt?

Upländer Platt ist die plattdeutsche Mundart des Uplands rund um Willingen. Plattdeutsch ist eine niederdeutsche Sprachform und unterscheidet sich deutlich vom Hochdeutschen. Über das Upland schreibt Wikipedia im Artikel über Usseln, die plattdeutsche Upländer Sprache sei derb und stark im Ausdruck gewesen, so rau wie die Natur. Heute gilt Plattdeutsch laut Waldeckischem Geschichtsverein als vom Aussterben bedroht.

Der Name „Upland“ selbst bedeutet nach Willingen Tourismus „Oberland“, „Hochland“ oder „auf dem Land“.

Jedes Dorf hatte sein eigenes Platt

Bei einem Plattschwatz-Nachmittag in Neerdar brachte es Karl-Heinz Behle, Leiter der plattdeutschen Arbeitsgruppe, 2018 laut Waldeckischer Landeszeitung auf den Punkt: „Jedet durp hadde sijn eegenes Platt“, jedes Dorf hatte sein eigenes Platt. Auf der Veranstaltung trugen 15 Sprecher aus Neerdar, Usseln und Orten der Umgebung Geschichten, Gedichte und Sketche vor, und man hörte die Unterschiede von Ort zu Ort.

Sprachwissenschaftlich gehört das Upland in den Grenzraum mehrerer Mundarten. Wikipedia ordnet das Waldeckische dem östlichen Westfälisch zu, das Sauerländische dem westlichen Westfälisch. Eine wissenschaftliche Darstellung der Mundarten im alten Fürstentum Waldeck ist Bernhard Martins Studie zur Dialektgeographie des Fürstentums Waldeck von 1925.

Beispiele aus Quellen

Die folgenden Wörter und Sätze stammen aus veröffentlichten Quellen. Die Schreibweise folgt jeweils der Quelle, denn eine feste Rechtschreibung für Platt gibt es nicht.

PlattHochdeutschQuelle
Willjen, biu et fräier wasWillingen, wie es früher warBuchtitel von Wilhelm Kesper-Wiesemann, 1978
Jedet durp hadde sijn eegenes PlattJedes Dorf hatte sein eigenes PlattPlattschwatz Neerdar, WLZ 2018
dat Dorpkinddas DorfkindPlattschwatz Neerdar, WLZ 2018
en Schnäpskenein SchnäpschenPlattschwatz Neerdar, WLZ 2018
up Plattauf PlattPlattschwatz Neerdar, WLZ 2018
Beggern, gesprochen „bejjern“Glocken von Hand anschlagenEv. Kirchengemeinde Usseln

Auffällig ist das „Willjen“ für Willingen. Die Glocken-Tradition des Beggerns, die bis heute in Usseln lebt, stellen wir auf der Seite Brauchtum vor.

Wo Platt heute gepflegt wird

Die plattdeutsche Arbeitsgruppe des Heimat- und Verkehrsvereins Neerdar organisiert Plattabende und Plattschwatz-Nachmittage. Laut WLZ gab es von 2011 bis 2016 einen Plattabend und drei Plattschwatz-Nachmittage, 2018 folgte der vierte.

Der Waldeckische Geschichtsverein nimmt das vom Aussterben bedrohte Plattdeutsch in Ton und Schrift auf. Laut WLZ wurden 2020 mit EU-Fördermitteln acht Computer für Aufnahmestationen angeschafft, eine davon in Usseln. Die Daten laufen in einem zentralen Platt-Archiv in Bad Arolsen zusammen, rund 140 Sprecher waren damals bereits aufgenommen. Grundlage für den Vergleich sind die Wenker-Sätze, ein Satzkatalog der Sprachforschung von 1876.

Zum Weiterlesen

  • Wilhelm Kesper-Wiesemann: Willjen, biu et fräier was. Willingen, wie es früher war. Bing, Korbach 1978 (plattdeutsch).
  • Karl Bauer: Waldeckisches Wörterbuch nebst Dialektproben. Hrsg. von Hermann Collitz, 1902.
  • Bernhard Martin: Studien zur Dialektgeographie des Fürstentums Waldeck und des nördlichen Teils des Kreises Frankenberg. Marburg 1925.

Weitere Begriffe rund um Willingen erklärt unser Glossar, die Geschichte des Ortes steht unter Geschichte von Willingen.

Häufige Fragen

Was ist Upländer Platt?

Die plattdeutsche, also niederdeutsche Mundart des Uplands rund um Willingen. Sie unterschied sich von Dorf zu Dorf.

Wie heißt Willingen auf Platt?

Im Titel des plattdeutschen Buchs von Wilhelm Kesper-Wiesemann aus dem Jahr 1978 heißt Willingen „Willjen“: „Willjen, biu et fräier was“, Willingen, wie es früher war.

Wo kann man im Upland Platt hören?

Zum Beispiel bei den Plattschwatz-Nachmittagen des Heimat- und Verkehrsvereins Neerdar. Termine veröffentlichen der Verein und die Lokalpresse.

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