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Zwei Wanderer auf der Hochheide im Abendlicht

Kleiner Ortsteil, alte Kirche

Welleringhausen: das Dorf mit der romanischen Kirche

Klein, alt und mit Vulkan.

Foto: Jonas Duelberg, Tourist-Information Willingen

Stand:

Welleringhausen ist einer der kleinsten Ortsteile von Willingen, aber laut Gemeinde der älteste. Die romanische Abrahamskirche, ein Vulkanpfad und eine Apfelallee machen das Dorf zu einem lohnenden Ziel für eine Wanderung.

Einwohner
110 (1.7.2024)
Höhe
ca. 469 m
Tausendjahrfeier
1990
Vulkan- und Geschichtspfad
je ca. 7 km

Welleringhausen auf einen Blick

Welleringhausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Willingen (Upland) mit 110 Einwohnern (Haupt- und Nebenwohnsitze, Stand 1. Juli 2024). Nach Hemmighausen und Neerdar ist es der drittkleinste Ortsteil. Die Gemeinde bezeichnet Welleringhausen mit über 1000 Jahren als ihren ältesten Ortsteil, und die romanische Kirche prägt laut Gemeinde das Ortsbild.

Das Dorf liegt laut Wikipedia auf etwa 469 m Höhe abseits der Durchgangsstraßen, rund 8,6 km Luftlinie östlich des Kernorts Willingen (selbst berechnet aus den Wikipedia-Koordinaten). Direkt nördlich grenzt das Naturschutzgebiet Grotenberg an, in Ortsnähe verläuft der Uplandsteig.

Die wichtigsten Punkte im Ort. Das Hotel Willinger Mitte liegt in der Briloner Straße im Ortskern. Hoppecke Hotel Willinger Mitte Bahnhof Bahn nach Brilon Wald nach Korbach Talstation Seilbahn Hochheideturm Ettelsberg 838 m Mühlenkopfschanze Skywalk Lagunenbad Kurgarten Ritzhagen Ortskern N Grobe Skizze, nicht maßstabsgetreu
Die wichtigsten Punkte im Ort. Das Hotel Willinger Mitte liegt in der Briloner Straße im Ortskern.

Über 1000 Jahre Geschichte

Seine Tausendjahrfeier beging Welleringhausen laut Kirchengemeinde im Jahr 1990. Die Dorfgemeinschaft führt das Alter auf Ortsnamen vom Typ „Wellershausen“ in Corveyer Schenkungsabschriften zurück, die auf das 9. und 10. Jahrhundert datiert sind, und setzt die Gründung mit großer Wahrscheinlichkeit zwischen 950 und 1050 an. Spätere Namensformen sind laut Dorfseite unter anderem Weltricheshusen (1223), Welteringhusen (1344) und seit 1728 Welleringhausen.

Das Historische Ortslexikon zählt 1541 zwölf Häuser, 1770 lebten 119 Menschen in 16 Häusern. Bis zur Gebietsreform war Welleringhausen eine selbständige Gemeinde. Zum 31. Dezember 1971 ging es in der Gemeinde Upland auf, die 1974 mit Willingen zur heutigen Gemeinde Willingen (Upland) zusammengeschlossen wurde.

Die Abrahamskirche

Die evangelische Abrahamskirche steht am Nordrand des Dorfes auf einer Anhöhe, inmitten eines ehemals befestigten Kirchhofs. Sie ist ein denkmalgeschützter romanischer Bau aus drei Teilen: Westturm, fast quadratisches Schiff und quadratischer Chor, alle mit Satteldächern gleicher Neigung. Das Dehio-Handbuch (zitiert bei Wikipedia) datiert den Bau ins 12. Jahrhundert, die Kirchengemeinde nennt das Ende des 12. oder die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts. Urkundlich erwähnt wird die Kirche erstmals 1351.

Der Überlieferung nach stiftete ein Edelmann namens Abraham zu Welterkusen die Kirche, nachdem sein Kind kurz nach der Taufe in Neerdar gestorben war (so erzählt auf der Dorfseite). Die Kirchengemeinde hält diese Stiftung für sehr unwahrscheinlich, weil Abraham erst 1313 vom Grafen von Arnsberg mit dem Patronat belehnt wurde. Ihren heutigen Namen erhielt die Kirche an Pfingsten 1998.

Innen lohnt der Blick auf die Arbeiten des Barockbildhauers Josias Wolrat Brützel. Laut Dorfseite verzierte er 1675 im Alter von 22 Jahren das Kirchengestühl mit Flachschnitzereien, 1702 schuf er die Umkleidung des Wandtabernakels und die Eingangstür. Die Bronzeglocke (66 cm hoch, 58 cm Durchmesser) wird ins 14. Jahrhundert datiert und wurde 1982 nach einem Riss in Nördlingen geschweißt. Die Kirche gehört seit 1969 zum Kirchspiel Usseln.

Vulkan- und Geschichtspfad

Rund um das Dorf führen laut Wikipedia zwei jeweils etwa sieben Kilometer lange Wege mit zahlreichen Infotafeln, der Vulkanpfad und der Geschichtspfad. Die Stationen erklären unter anderem:

  • Den Vulkan: Nördlich des Dorfes stehen vulkanische Trümmergesteine an, die in der geologischen Karte als „Vulkaniklastite von Welleringhausen“ geführt werden. Sie entstanden vor rund 350 Millionen Jahren bei Ausbrüchen unter dem Meer.
  • Den Goldbergbau: Am Nordhang des Hülsenbergs wurde laut Pfad im 13. bis 15. Jahrhundert nach Gold gegraben, Vertiefungen im Gelände gelten als Reste von Goldpingen.
  • Die Apfelallee: Ein Zeitungsbericht von 1888 erwähnt eine Gemeindebaumschule, aus der später die Welleringhäuser Apfelallee angelegt wurde. Laut Wikipedia geht die Allee auf den Fürsten zu Waldeck zurück.

Auf der Pfad-Website gibt es einen Flyer zur Orientierung, geführte Wanderungen bietet laut Website eine Geoparkführerin an. Mehr Touren in der Gemeinde finden Sie unter Wanderwege und Erlebnispfade.

Bergulmen und Dorfleben

Welleringhausen nennt sich auch „Bergulmendorf“. Laut Dorfseite prägten alte Bergulmen über Jahrhunderte das Ortsbild, bis ab dem Jahr 2000 ein Ulmensterben einsetzte und die Bäume gefällt werden mussten. Bereits 1993 und 1994 sammelte die Jugendfeuerwehr Ulmensamen für die Aufzucht, 300 junge Pflanzen wurden später am heutigen Springenwald gesetzt.

Die Dorfgemeinschaft feiert laut eigener Seite übers Jahr zusammen mit der Kirchengemeinde: einen Familiengottesdienst mit Dorffrühstück am Pfingstmontag, Erntedank Anfang Oktober auf den Bauernhöfen, einen Laternenumzug am Martinstag und die Adventsfeier am 3. Advent. Für Gäste gibt es Ferienwohnungen und Urlaub auf dem Bauernhof. Die Nachbarorte sind Bömighausen, Usseln und Neerdar, alle Dörfer stehen unter Ortsteile.

Häufige Fragen

Wie viele Einwohner hat Welleringhausen?

Laut Gemeinde 110 Menschen mit Haupt- und Nebenwohnsitz, Stand 1. Juli 2024. Damit ist Welleringhausen der drittkleinste Ortsteil von Willingen.

Wie alt ist die Kirche in Welleringhausen?

Die romanische Abrahamskirche wird ins 12. Jahrhundert (Dehio) bzw. ans Ende des 12. oder in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts (Kirchengemeinde) datiert. Erstmals erwähnt wird sie 1351.

Was ist der Vulkanpfad Welleringhausen?

Ein ausgeschilderter Rundweg mit Infotafeln zur vulkanischen Entstehung der Landschaft vor rund 350 Millionen Jahren. Zusammen mit dem Geschichtspfad sind es zwei Wege von jeweils etwa sieben Kilometern.

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