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Blick über die blühende Hochheide auf Willingen und die Berge des Uplands

Baugeschichte im Upland

Kirchen und Bauwerke in Willingen

Vom Romanischen bis zum Kubus.

Foto: Jonas Duelberg, Tourist-Information Willingen

Stand:

In der Gemeinde Willingen stehen romanische Dorfkirchen neben modernen Bauten der 1950er und 1960er Jahre. Dazu kommt der Viadukt der Uplandbahn, der seit 1917 das Ittertal überspannt.

Viadukt
294 m lang, 31 m hoch
Bögen
11
Eröffnet
2. April 1917
Kilianskirche
Gründung um 800

Die Kirchenlandschaft im Überblick

Die Mutterkirche des Uplands steht in Usseln: Laut evangelischer Kirchengemeinde wurden dort in der frühen Missionszeit um 800 eine christliche Gemeinde gegründet und eine Kirche gebaut, die dem heiligen Kilian geweiht ist. Wie ganz Waldeck wurde das Upland im 16. Jahrhundert evangelisch, die Waldecker Grafen entschieden sich laut Kirchengemeinde 1529 für die Reformation. Katholische Kirchen entstanden erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als Heimatvertriebene nach Willingen kamen.

OrtKircheBelegtes Datum
UsselnKilianskirche (ev.)Gründung um 800, Brand 1642
WelleringhausenAbrahamskirche (ev.)romanisch, erwähnt 1351
NeerdarSt. Pankratius (ev.)13. Jahrhundert
EimelrodEv. Kircheerwähnt 1310, Schiff 1827
RattlarLichterkirche (ev.)erster Gottesdienst 1954
WillingenSt. Augustinus (kath.)geweiht 1966
WillingenEv. Kircheeingeweiht 1967
BömighausenEv. Kircheeingeweiht 1971
SchwalefeldPilgerkirchePilgerstationen seit 2009

Quellen: Kirchengemeinden, Willingen Tourismus und Wikipedia, siehe Liste unten.

Romanische Dorfkirchen

Kilianskirche Usseln: Die im 13. Jahrhundert zur dreischiffigen Basilika ausgebaute Kirche brannte 1642 bis auf den romanisch-frühgotischen Chorraum ab und wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg neu errichtet. Der Turm stürzte 1886 ein und entstand beim Umbau 1896 bis 1898 neu. Bis 1826 wurden die Toten aus Rattlar, Schwalefeld, Willingen und Usseln rund um die Kirche beerdigt. Mehr zum Ort unter Usseln.

Abrahamskirche Welleringhausen: ein kleiner romanischer Bau aus Turm, Schiff und Chor auf einer Anhöhe über dem Dorf, mit einer Glocke aus dem 14. Jahrhundert. Die Geschichte der Kirche und die Überlieferung zu ihrem Stifter stehen auf unserer Seite Welleringhausen.

St. Pankratius in Neerdar: Die spätromanische Kirche in der Ortsmitte stammt laut Wikipedia aus dem 13. Jahrhundert. Nordportal und nördliches Chorfenster sind gotisch und stammen aus der Entstehungszeit. Siehe auch Neerdar.

Kirche Eimelrod: An ihrer Stelle stand schon im 12. Jahrhundert eine romanische Vorgängerkirche, die heutige wird 1310 erstmals erwähnt. Das Schiff wurde 1827 neu gebaut, der Turm 1928. Ein Tympanonrelief der Vorgängerkirche ist im Turm erhalten. Siehe Eimelrod.

Josias Wolrat Brützel, der Schnitzer der Upländer Kirchen

Ein Name begegnet Ihnen in fast jeder alten Kirche der Gemeinde: Josias Wolrat Brützel (1653–1733) aus Immighausen, heute Lichtenfels. Laut Wikipedia schuf der Bildschnitzer viele Kanzeln, Kanzelaltäre und Altaraufsätze im ehemaligen Fürstentum Waldeck. In der Gemeinde Willingen sind belegt:

  • Usseln, Kilianskirche: Altaraufbau von 1693, saniert 2008 bis 2009
  • Neerdar: Altaraufsatz mit dem Jüngsten Gericht, auf der Rückseite signiert 1692
  • Eimelrod: Kanzelkorb des Kanzelaltars von 1697 (die Seitenflügel sind laut Wikipedia im Museum in Korbach)
  • Welleringhausen: Gestühl von 1675, Wandtabernakel und Kirchentür von 1702

Kirchen des 20. Jahrhunderts

Ev. Kirche Willingen: Der Bau in Würfelform am Neuen Weg wurde laut Kirchengemeinde am Erntedankfest, dem 1. Oktober 1967, eingeweiht und bietet rund 800 Menschen Platz. Fenster, Altarwand und Kanzel gestaltete laut Wikipedia Joachim Spies aus Marburg. Die Orgel stammt laut Tourist-Information von Kleuker, mit zwei Manualen und 23 Registern. Die alte Willinger Kirche, 1541 als Kapelle erwähnt, nach dem Brand von 1847 in den Jahren 1849 bis 1851 neu gebaut, wird laut Wikipedia seit Ende der 1960er Jahre als Gaststätte genutzt.

St. Augustinus Willingen: Die erste katholische Kirche wurde 1954 geweiht und war bald zu klein. Der Neubau nach Plänen von Hugo Siepmann wurde am 25. August 1966 geweiht. Laut Tourist-Information stellt er den Bug eines Schiffes dar, der Turm ist 40 Meter hoch, der Altar besteht aus einem Willinger Schieferblock. Zum Schiefer passt ein Besuch in der Schiefergrube Christine.

Lichterkirche Rattlar: Rattlar bekam erst 1954 eine eigene Kirche, gebaut aus Kalkstein aus dem Steinbruch in Itter. Den ersten Gottesdienst feierte die Gemeinde laut Kirchengemeinde am 3. November 1954. Seit Oktober 2014 ist sie mit LED-Licht und Mediensäule als „Lichterkirche“ gestaltet und laut Tourist-Information täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Pilgerkirche Schwalefeld: Seit August 2009 führen laut Tourist-Information zwölf Stationen durch den Kirchenraum, jede steht für ein Element des Gottesdienstes. Die Kirche liegt am Upländer Besinnungsweg, mehr dazu unter Pilgerweg.

Der Viadukt und andere Bauwerke

Der Willinger Viadukt, offiziell Itterbrücke, ist eine Bogenbrücke aus Naturstein und Schüttbeton mit elf Bögen von je 25 m Spannweite. Er ist 294 m lang und 31 m hoch und überspannt das Tal der Itter und die B 251 am südöstlichen Ortsrand. Gebaut wurde er von 1914 bis 1917, mit seiner Eröffnung am 2. April 1917 war die Uplandbahn bis Willingen fertig. Wegen Schäden an den Viadukten ruhte der Verkehr von November 1999 bis Dezember 2003, allein die Sanierung des Willinger Viadukts kostete laut Wikipedia 9 Millionen Euro. Heute fahren die Züge zum Bahnhof Willingen wieder darüber.

Die Strecke hat weitere Steinviadukte: den Usselner Viadukt (86 m lang, vier Bögen, gebaut 1914 bis 1916) und den kleineren Bömighäuser Viadukt mit fünf Bögen (1915 bis 1916) bei Bömighausen.

Weitere Bauwerke mit Geschichte:

  • Stryckhaus: Der Worpsweder Künstler Heinrich Vogeler entwarf 1908 für einen befreundeten Arzt ein Sommerhaus mit Jugendstil-Einrichtung, das später zu einem Hotel umgebaut wurde (laut Wikipedia).
  • Schwalenburg: Die Ringwallanlage auf dem Hegeberg bei Schwalefeld entstand zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert, ist rund 6 ha groß und hat etwa 300 m Durchmesser. Siehe Schwalefeld.
  • Mühlenkopfschanze und Skywalk: die modernen Wahrzeichen, siehe Mühlenkopfschanze und Skywalk.

Häufige Fragen

Wie hoch und wie lang ist der Viadukt in Willingen?

Der Willinger Viadukt ist 294 m lang und 31 m hoch. Er hat elf Bögen mit je 25 m Spannweite und wurde 1917 eröffnet.

Welche ist die älteste Kirche der Gemeinde Willingen?

Als Mutterkirche des Uplands gilt die Kilianskirche in Usseln, deren Gemeinde laut Kirchengemeinde um 800 gegründet wurde. Als romanischer Bau gut erhalten ist die Abrahamskirche in Welleringhausen.

Ist die alte Kirche in Willingen heute ein Restaurant?

Laut Wikipedia wird die alte evangelische Kirche, nach dem Brand von 1847 neu gebaut, seit Ende der 1960er Jahre als Gaststätte genutzt. Gottesdienste finden in der Ev. Kirche am Neuen Weg statt, die 1967 eingeweiht wurde.

Kann man die Lichterkirche Rattlar besichtigen?

Ja, laut Tourist-Information ist sie täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

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